“angestarrt” – R. Sheldrake’s 4tes Experiment

 

Unsere Sehnsucht nach dem Unmöglichen

Unsere Faszination von Ereigniszusammenhängen, die nicht den Gesetzen von Raum, Zeit, Kausalität der materiellen Welt entsprechen.

 

 

 

 

 
Stellen Sie sich vor, Sie liegen auf einer Bergwiese in der Sonne, entspannt und mit der Welt in Frieden. Plötzlich hören Sie einen Hilfeschrei – und Ihr Empfinden und Ihre Umwelt verändern sich augenblicklich.

 

Zuerst war Ihr (morphisches) Umfeld homogen, und Sie befanden sich im Einklang mit ihm. Keine Aktion, keine Spannung. Tatsächlich wird in solch einem Zustand sogar die Unterscheidung von Ich und Umwelt undeutlich: ich bin Teil der Landschaft, und die Landschaft ist Teil von mir. Dann durchdringt dieser schrille Laut die einschläfernde Stille und alles ist verändert. Dynamisch gesehen waren vorher alle Richtungen gleichwertig, nun hebt sich plötzlich eine Richtung aus allen anderen hervor, und in diese Richtung werden Sie gezogen. Diese Richtung ist mit Kraft aufgeladen, die Umgebung scheint sich zu kontrahieren, es ist, als hätte sich in einer glatten Oberfläche eine Furche gebildet, der Sie nun folgen müssen. Zugleich bildet sich eine scharfe Differenzierung zwischen Ihrem Ich und dieser Stimme, und das ganze Feld gewinnt einen hohen Spannungsgrad.

 

dr. borsch: wie geht es ihnen?
james joyce.: leicht zu pessimismus geneigt.
dr.b.: sie glauben nicht (etc.)
j.j.: na ja …
dr. b.: worauf wollen sie wetten?
j.j.: auf das datum.
dr.b.: ein monat. um was wetten wir?
j.j.: hm, na ja …

(später) nach der 6ten operation, einer kapsulotomie, um die vorderwand von kapsel und linse des linken auges zu entfernen. (die kapsel ist der hintere Teil der augapfelscheide.)

j.j.: sie haben die vordere wand der kapsel und die linse entfernt?
dr.b.: ja.
j.j.: kann sich der graue star auf der hinteren wand bilden?
dr.b.: sicher.
j.j.: ist das in meinem fall wahrscheinlich?
dr.b.: nein. käme es dazu, würde ich meine wette schneller gewinnen.
j.j.: (längeres lächeln).

Wenn wir Gegenstände (Dinge) sehen, wo befinden sich diese dann? Sind sie Bilder in   unserem Gehirn? Oder sind sie ausserhalb von uns, genau da wo sie zu sein scheinen? Unsere Bilder k ö n n t e n ausserhalb von uns sein. Das Sehen k ö n n t e aus einem 2-Wege Prozess bestehen: einer verinnerlichten Bewegung des Lichtes und einer nach aussen sich wendenden Projektion mentaler Bilder.

Während Sie diese Seite lesen, wandern Lichtstrahlen vom Blatt zu Ihren Augen, ein umgekehrtes Bild auf Ihrer Netzhaut formend. Dieses Bild wird von lichtempfindlichen Zellen wahrgenommen, die Nervenimpulse auslösen welche, die Sehnerven passierend, zu komplexen elektrochemischen Mustern führen!

Irgendwie werden Sie sich des Bildes dieser Seite bewusst! Sie erfahren es ausserhalb von Ihnen, Ihrem Gesicht gegenüber. Von einem konventionellen wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet jedoch ist diese Erfahrung eine Illusion! In Wirklichkeit setzt man voraus, dass sich dieses Bild in Ihrem Inneren befindet, zusammen mit dem Rest Ihrer geistigen Aktivitäten.

Versuchen Sie doch ein einfaches Gedankenexperiment: gestatten Sie sich, Ihrer unmittelbaren Erfahrung zu vertrauen anstatt ihr zu misstrauen. Erlauben Sie sich zu denken, dass Ihre Wahrnehmung aller Dinge, die Sie um sich herum sehen, wirklich um Sie herum ist. Ihr Bild dieser Seite, zum Beispiel, ist genau da wo es zu sein scheint, also ganz genau Ihnen gegenüber.

 

Ziel des 4. Experiments

Gibt es qualitative Unterschiede bei den Anstarrenden? Sind manche Menschen in dieser Hinsicht effektiver als andere? Wenn ja – warum?

Wird das Gefühl des Angestarrt-Werdens durch Hindernisse wie Glas, oder durch Distanz, wie etwa durch ein Fernglas, beeinträchtigt?

Wird der Blick durch den `Umweg´ über einen Spiegel geschwächt, verstärkt, oder bleibt es bei vergleichbaren Ergebnissen?

Beeinträchtigt das Dazwischenschalten einer internen Fernsehanlage die Ergebnisse (wobei Anstarrender und Angestarrter in verschiedenen Zimmern, ja Häusern sich befinden)?

Siehe Experimente Adelaide und San Antonio.

Sollte der Versuch via Fernsehanlage funktionieren, stünde einer Fernsehübertra-
gung nichts im Wege. In diesem Falle könnte der Effekt über Hundert, ja Tausende von Kilometern getestet werden. Wenn vorbereitende Untersuchungen einen Erfolg belegen, dann könnten Live-Experimente unternommen werden, an denen Millionen von Zuschauern (Angestarrt/nicht Angestarrt) teilnehmen!

Wie eng verwandt ist das Gefühl, angestarrt zu werden, mit Telepathie?
Hat das Anstarren einen grösseren Effekt als das An-Jemanden-Denken?

Das Experiment

8 sensible Subjekte werden – in separaten Räumen – gegenüber ohne Unterlass laufenden Kameras platziert. In einer nunmehr beginnenden Reihe von Versuchen sehen Zuschauer sehen jeweils ein Subjekt in einer vollkommen zufälligen Abfolge. Am Ende des Versuches drücken alle 8 Subjekte einen »Ja« – oder einen »Nein« – Knopf. Zuschauer sehen eine Anzeigetafel auf der die Anzahl der »Richtig« – und »Falsch« – Angaben für jedes Subjekt gezeigt wird. Jede Versuchssequenz dauert nicht länger als 10 Minuten.
Eine computergestützte statistische Analyse ist quasi sofort erhältlich.

Morphische Felder …

1, sind sich selbst-organisierende Ganzheiten.

2, besitzen sowohl einen räumlichen als auch einen zeitlichen Aspekt; sie organisieren
räumlich-zeitliche Muster von vibratorischer oder rhythmischer Aktivität.

3, ziehen Systeme in Hinsicht auf charakteristische Formen und Aktivitätsmuster an, auf deren `Seins-werdung´ sie organisierend und auf deren Gesamtheit sie erhaltend einwirken. Die Endziele, in deren Richtung morphische Felder die von ihnen beeinflussten Systeme ziehen oder leiten, werden a t t r a c t o r s genannt.

4, koordinieren und stellen Zwischenverbindungen morphischer Einheiten her welche sie beinhalten und welche wiederum von morphischen Feldern organisierte Ganzheiten darstellen. Morphische Felder enthalten somit andere Felder in einer Art ineinandergesetzter Hierarchie.

5, sind Wahrscheinlichkeitsstrukturen.

6, enthalten ein `eingebautes´ Gedächtnis welches durch Eigenresonanz mit der einer morphischen Einheit eigenen Vergangenheit und durch morphische Resonanz mit allen vorherig ähnlichen Systemen verbunden ist.

Dieses Gedächtnis ist k u m u l a t i v – Je öfter also bestimmte Aktivitätsmuster wiederholt werden, desto ausgeprägter die morphische E n e r g i e.

Wenn unser Verhalten von morphischen Feldern organisiert wird, so enden diese Felder natürlich nicht an den Grenzen unseres Gehirns oder unseres Körpers, sondern breiten sich in die Umwelt aus und verbinden den Körper mit seiner Umwelt. Sie koordinieren die Sinneswahrnehmung und das Handeln, verbinden die sensorischen und motorischen Regionen des Gehirns, bilden eine geschachtelte Hierarchie morphischer Felder, bis hinunter zu den Feldern einzelner Nerven und Muskelzellen.

Rupert Sheldrake wurde am 28. Juni 1942 in Newark-on-Trent, UK, geboren. Er studierte sowohl in Cambridge (Biologie und Biochemie) als auch in Harvard (Philosophie). Er verbrachte 6 Jahre in Indien, wo er u.a. sein erstes Buch A New Science of Life (dt. Das schöpferische Universum) schrieb.
Seine Hypothese der so genannten morphischen Felder stellte er 1981 auf. Diese Theorie eines Gedächtnisses der Natur ist seitdem umstritten bzw. wird von den etablierten Naturwissen-schaften ignoriert.

 

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