“Floating World”

Raphael Fodde und ich trafen einander 1996 in Manhattan im Workshop von Robert Blackburn. Das war in der 17ten Straße West, in Chelsea, gegenüber des “Splash“, ganz in der Nähe meines Fechtclubs und jener verrauchten Eckkneipe an der 8ten Avenue, in der ich meinen polnischen Coach Marek nach einem gelungenen Florett-Duell auf ein Bayerisches Hefeweizen einlud “um die Elektrolyten aufzufrischen”.

Weiterlesen

Pasiphaë

Peter Th. Mayer
Pasiphaë

Radierung / Etching
45 x 72 cm

Auflage / Edition 30
2000

 

 

 

Zur Strafe dafür, dass ihr Gatte Minos einen von Poseidon geschaffenen Stier wegen dessen außergewöhnlich herrlicher Gestalt nicht geopfert, sondern zur Veredlung seiner Herde verwendet hatte, ließ Poseidon Pasiphaë in Liebe zu jenem Kretischen Stier lustvoll entbrennen. Um sich mit ihm zu vereinigen, hieß sie Daidalos (dem hilfreichen Held und  tragischen Flieger) eine hohle hölzerne Kuh fertigen, in die sie hinein kriechen konnte und so den enormen Penis empfangen konnte. Aus dieser skandalösen Vereinigung entstammt der Minotauros, wie es dieser Druck zeigt.

As punishment, that her husband Minos hadn’t sacrificed a bull created by the god Poseidon, but rather had used it for improving the flock with such a lovely creature, Poseidon made Pasiphaë break out in flaming love to the Cretan bull. So as to conjoin with him, she made Daidalos (the tragic flyer) build an empty wooden cow, into which she could crawl so as to receive his enormous penis. Out of this scandalous union, Minotaurus was born, as this print shows.

„arse moriendi“ oder: die Kunst zu Sterben

Das Portfolio-Heft „arse moriendi I“, bestehend aus insgesamt 6 Heliogravür-Drucken, dem Buchdruck der Gedichte sowie einem Schutzumschlag, erscheint in einer Auflage von 30 signierten und nummerierten Exemplaren.

 

 

Die Heliogravüren der Serie “arse moriendi” stellen außergewöhnliche Bühnenbilder dar, so genannte tableaux vivants (“lebendige Bilder”), deren Ursprung aus der Zeit des Übergangs von Mittelalter zu Neuzeit stammt. Verorten lässt sich dieses faszinierende Kulturphänomen an den Burgundischen Hof des Fürsten Karl dem Kühnen (1433 – 1477), einem der reichsten und schillernsten Herrscher Europas. Man pflegte dort bei den üblicherweise stundenlangen Banketten häufig d´un mets à un autre mets – „zwischen den Gängen“ – zur allgemeinen Erbauung kunstvolle, mechanisch bewegte Bilder darzubieten, entremets genannt, in denen die Vergänglichkeit und die Idee des Sterbens zentrales Thema waren. Diese memento mori illustrieren ein Verhältnis zum Tod, das – noch – ein Spielerisches, Natürliches war.

Weiterlesen