Print quarterly

 

 

 

 

 

 

 

Halte seit heute die neue Ausgabe des „Print quarterly“ in Händen, ein seit 1984 in London erscheinendes „academic journal“ mit dem Schwerpunkt Druckgrafik. Von David Landau gegründet, wird es seit seinem Tod 2010 von Rhoda Eitel-Porter geführt. Es ist die wohl beste wissenschaftliche Fachzeitschrift auf diesem Gebiet und ich kann es allen an Grafik Interessierten wärmstens ans Herz legen. Meine Empfehlung (und die Spannbreite von „Print quarterly“) zu illustrieren, erwähne ich einige der in dieser Ausgabe besprochenen Themen:


Eine Besprechung der Arbeiten von Thomas Kilpper (* 1956), insbesondere sein Projekt im Londoner Orbit House, das er 1999/2000 „besetzte“, im 10ten Stockwerk des Gebäudes den gesamten Parkettboden auf einer Fläche von ca. 400 m2 zu einem Druckstock umwandelte, in das Holz mehr als 80 Portraits von Menschen, die mit diesem Ort von damals bis heute direkt oder indirekt verbunden sind, einschnitzte und diese anschließend großformatig druckte.

Des Weiteren gibt es eine Untersuchung über Falten in Dürers Drucken; eine kunsthistorisch und kunstpolitisch spannende Abhandlung über Einflussnahme durch wohlfeile Geschenke in Form von Grafiken („Spinning the King“); einen Bericht über die Grafikabteilung des Getty Museums in Los Angeles (hierzu auch die Katalogkritik einer Ausstellung von Monumentaldrucken), eine bislang wenig bekannte Abteilung, die langsam zu einer der weltweit besten Grafiksammlungen heranwächst; oder auch einen Text über die Drucke von Stephen College (1635 – 1681), die diesem Armen zum Verhängnis wurden und über den später ein Artikel folgen wird.
„Print quarterly“ erscheint alle 3 Monate, hat durchschnittlich knapp 500 Seiten, ist reich (und gut) illustriert und auf angenehmem Papier gedruckt, hat wenig Werbung, setzt jedoch eine gute Kenntnis der englischen Sprache voraus.

http://www.printquarterly.com

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